Keynote zu künstlicher Intelligenz im Personalmanagement

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Im Rahmen der Reihe „Keynotes on Human Resource Management and Organizational Behavior”, die von Prof. Dr. Gisela Gerlach und Prof. Dr. Tanja Rabl im Rahmen des Masterstudiengangs „Human Resource Management & Organizational Behavior“ organisiert wird, gab Prof. Dr. Marius Wehner, Inhaber des Lehrstuhls für BWL, insbesondere Digital Management & Digital Work von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, am Mittwoch, 13. Mai 2026, spannende Einblicke in die Chancen und Risiken des Einsatzes von künstlicher Intelligenz im Personalmanagement.

Prof. Wehner zeigte auf, dass künstliche Intelligenz zu Effizienzgewinnen führen kann, z. B. beim Screening von Bewerbungen. Gleichzeitig betonte er die Risiken durch verzerrte Trainingsdaten: Diese können explizite oder implizite Stereotype enthalten, bestimmte Gruppen oder Charakteristiken unterrepräsentieren, neuere gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen nicht abbilden oder aufgrund technischer Einschränkungen menschliche Charakteristika nur unvollständig in quantitative, maschinenlesbare Informationen überführen. In der Konsequenz kann dies zur Reproduktion von Vorurteilen und zu Diskriminierung führen. Darüber hinaus machte Prof. Wehner deutlich, dass die Fairness von auf künstlicher Intelligenz basierenden Systemen von Betroffenen hinterfragt wird und dass Akzeptanz von sowie Vertrauen in künstliche Intelligenz sinken, wenn menschliche Elemente erwartet werden. So sehen Bewerbende beispielsweise Unterstützung durch künstliche Intelligenz im Telefon- oder Videointerview kritisch, wenn dadurch die Möglichkeit verloren geht, sich in einem persönlichen Vorstellungsgespräch zu präsentieren. 

Künstliche Intelligenz im Personalmanagement zählt unter dem EU Artificial Intlelligence Act zu einem Hochrisikoeinsatzgebiet, da sie weitreichende Auswirkungen auf individuelle Lebensläufe haben kann. Der Vortrag machte daher deutlich, dass es gerade deshalb auf „Human-in-the-Loop“ ankommt, also auf die Einbindung des Menschen, der Ergebnisse prüft und finale Entscheidungen verantwortet. Dies ist jedoch nur wirksam, wenn die von künstlicher Intelligenz gelieferten Ergebnisse nicht unkritisch übernommen werden. Entsprechend sind Fähigkeiten zur Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz und zur kritischen Beurteilung ihrer Ergebnisse unerlässlich.

Ein herzliches Dankeschön an Prof. Dr. Marius Wehner für diesen erkenntnisreichen und inspirierenden Vortrag. Ebenso danken wir unseren Studierenden für ihre engagierte Beteiligung an der Diskussion.

Diese Keynote stellt einen weiteren wertvollen Beitrag in unserer Reihe dar, und wir freuen uns bereits auf die kommenden Vorträge.

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